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Klasse 6c der Gesamtschule Hamminkeln erringt zweiten Preis beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung
» Samstag von Christian Ströhl
Der renommierte Wettbewerb wird von der Bundeszentrale für politische Bildung ausgeschrieben und gilt als einer der wichtigsten zur historisch-politischen Bildung in Deutschland; er wird von der Kultusministerkonferenz besonders gefördert. Schirmherr des Wettbewerbs ist Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier. Jährlich nehmen weit über tausend deutsche Schulen aus Deutschland und der ganzen Welt daran teil. Bereits zum 55. Mal hatten Lerngruppen die Möglichkeit, ein kreatives Projekt zu einem Wettbewerbsthema einzureichen. Ziel des Wettbewerbs ist es, einen Anreiz zu schaffen, politisch relevante Themen außerhalb des Lehrplans kennenzulernen.
Die Schülerinnen und Schüler der 6c haben einen Beitrag zur Aufgabe „Weltkindertag – ein Tag für Kinder und ihre Rechte“ in Form eines Lapbooks erstellt.

Die Jury ermittelte in einem mehrstufigen Auswahlverfahren die besten Wettbewerbsarbeiten. Sie setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Medienpädagogik, Wissenschaftskommunikation und Geschichtsdidaktik, der Soziologie und Politikwissenschaft, der außerschulischen Jugendbildung im universitären Kontext, von Nichtregierungsorganisationen sowie aus Schulen zusammen.
Die 6c erforschte, welche Rechte Kinder haben und wie diese in Deutschland umgesetzt werden. Dabei fanden die Schülerinnen und Schüler heraus, dass die Kinderrechte gemäß der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland insgesamt relativ gut umgesetzt werden, es aber noch Schwächen in den Bereichen Bildungsgerechtigkeit, Kinderarmut, Schutz vor Gewalt, Gleichbehandlung und Mitbestimmung gibt. Kritisch sah die Klasse, dass Kinderrechte bisher nicht im Grundgesetz verankert sind, und sandte daraufhin eine E Mail an das Kanzleramt in Berlin, in der sie um Unterstützung durch Bundeskanzler Merz bat. Im Anschluss recherchierte die Klasse, warum es den Weltkindertag überhaupt gibt und wie dieser bisher in Hamminkeln und Umgebung begangen wird, und reichte daraufhin weitere Umsetzungsideen für zukünftige Weltkindertage direkt bei Bürgermeister Robert Graaf ein, der sich zuvor von der Klasse interviewen ließ.
Die Klasse fühlte sich in ihrem Anliegen ernst genommen und hält insbesondere das Projekt „OPEN“ der Stadt Hamminkeln für eine gute Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, ihre Ideen einbringen zu können. Trotzdem befand die Lerngruppe, dass Kinderrechte in Deutschland stärker ins Bewusstsein gerückt werden müssten und es hierzu mehr Aufklärung, echte Beteiligung von Kindern und politische Schritte braucht. Ihre Ergebnisse hielt die Klasse in einem Lapbook fest und schickte dieses Anfang Dezember ein.

Klassenlehrerin Michaele Schierbrand ist stolz auf ihre Klasse, die so viel Engagement und Durchhaltevermögen gezeigt hat, obwohl einige der angefragten Experten zwischendurch abgesagt hatten. Schulleiterin Anette Schmücker ist beeindruckt von dem erstellten Lapbook und hofft, dass die Klasse unter der bewährten Begleitung Michaele Schierbrands sich auch im nächsten Jahr wieder am Wettbewerb beteiligen wird. Denn alle können sich mit ihren Fähigkeiten einbringen und zusammen wichtige Einsichten zu aktuellen Themen gewinnen. Zusätzlich lernen sie dabei auch, sie ansprechend und übersichtlich strukturiert zu präsentieren. Wofür das Preisgeld ausgegeben werden soll, steht noch nicht fest. Ein Teil soll in den nächsten Wandertag fließen – wohin es geht, wird in den kommenden Wochen demokratisch im Klassenrat entschieden.
